Richtig Zähne putzen ist eine Fähigkeit, die wir täglich anwenden – oft automatisch und ohne darüber nachzudenken. Bis zum 25. Lebensjahr hat ein Erwachsener seine Zähne bereits rund 14.000-mal geputzt. Doch sind unsere Gewohnheiten wirklich zahngesund?
Falsche Putztechnik, zu hoher Druck oder ungeeignete Hilfsmittel können Zähne und Zahnfleisch langfristig schädigen. Dieser Artikel zeigt dir, wie du deine tägliche Zahnpflege optimierst und deine Zähne effektiv schützt.
Richtig Zähne putzen: Die richtige Technik
Eine gute Technik ist entscheidend, um Plaque zu entfernen, ohne Zahnfleisch oder Zahnschmelz zu schädigen.
Die richtige Haltung der Zahnbürste
Plaque sammelt sich besonders häufig am Übergang zwischen Zahn und Zahnfleisch. Halte die Zahnbürste deshalb in einem 45-Grad-Winkel zum Zahnfleisch, damit die Borsten sanft unter den Zahnfleischrand gelangen.
Zahnbürsten mit ergonomischem Griff erleichtern diese Position und helfen dabei, den Winkel konstant zu halten – besonders im hinteren Zahnbereich.
Die richtige Putzbewegung
Vermeide horizontales „Schrubben“. Diese Bewegung kann das Zahnfleisch zurückdrängen und empfindliche Zahnhälse freilegen.
Empfehlenswert sind die Roll-Technik, die Bass-Technik oder eine Kombination aus beiden: kleine, sanfte Bewegungen vom Zahnfleisch in Richtung Zahnkrone.
Elektrische oder schallaktive Zahnbürsten können diese Bewegungen unterstützen, ersetzen jedoch nicht die richtige Führung der Bürste. Auch hier bleibt die Technik entscheidend.
Der richtige Druck beim Zähneputzen
Zu viel Druck ist einer der häufigsten Fehler beim Zähneputzen. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass der optimale Putzdruck zwischen 150 und 200 Gramm liegt – deutlich weniger, als viele vermuten.
Zu hoher Druck kann:
- den Zahnschmelz abtragen
- Zahnfleischrückgang fördern
- empfindliche Zahnhälse verursachen
Ziel des Zähneputzens ist es, weiche Beläge und Speisereste zu entfernen. Hartnäckiger Zahnstein kann ausschließlich im Rahmen einer professionellen Zahnreinigung entfernt werden.
Tipp: Verwende immer eine Zahnbürste mit weichen Borsten. Sie reinigen effektiv und schonen Zahnfleisch und Zahnschmelz.
Dauer und Häufigkeit des Zähneputzens
Auch die Putzdauer spielt eine entscheidende Rolle. Zu kurzes Putzen entfernt nicht genügend Plaque, zu langes Putzen kann den Zahnschmelz belasten.
Die Empfehlung lautet: Zweimal täglich jeweils zwei Minuten – morgens und abends.
Moderne Zahnbürsten mit Zeitintervallen oder Erinnerungsfunktionen können dabei helfen, die empfohlene Dauer einzuhalten und alle Bereiche gleichmäßig zu reinigen.
Alle Zahnflächen gründlich reinigen
Um wirklich richtig Zähne zu putzen, müssen alle Zahnflächen berücksichtigt werden:
- Außenflächen
- Innenflächen
- Kauflächen
Bewährt hat sich die Quadranten-Methode: Oberkiefer links, Oberkiefer rechts, Unterkiefer links, Unterkiefer rechts.
Achte besonders auf:
- die Innenseiten der Frontzähne
- die hintersten Backenzähne
- schwer erreichbare Bereiche im Mund
Zunge und Zahnzwischenräume nicht vergessen
Auch bei perfekter Putztechnik erreicht die Zahnbürste nicht alle Bereiche im Mund.
Die Zahnzwischenräume sollten mindestens einmal täglich mit Zahnseide oder Interdentalbürsten gereinigt werden. So wird Plaque entfernt, die sonst Karies und Zahnfleischentzündungen begünstigt.
Zusätzlich ist die Zungenreinigung sinnvoll. Auf der Zunge sammeln sich Bakterien, die Mundgeruch verursachen und die Mundgesundheit beeinträchtigen können. Ein Zungenreiniger ergänzt die tägliche Mundpflegeroutine optimal.
Fazit: Kleine Anpassungen, große Wirkung
Richtig Zähne putzen bedeutet mehr als Routine. Die richtige Technik, sanfter Druck, ausreichende Dauer und passende Hilfsmittel machen den Unterschied zwischen oberflächlicher und wirklich effektiver Zahnpflege.
Wer seine Zahnpflege bewusst optimiert, schützt nicht nur Zähne und Zahnfleisch, sondern investiert langfristig in seine allgemeine Gesundheit.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine zahnärztliche Beratung.










